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Wohnraum schaffen – aber bezahlbar und mit Augenmaß

Bericht der AfD-Gruppe aus der Sitzung des Bau-, Umlegungs- und Stadtentwicklungsausschusses vom 23. September 2026

Am 23. September tagte der Bau-, Umlegungs- und Stadtentwicklungsausschuss des Freiburger Gemeinderats. Auf der Tagesordnung standen zentrale Fragen der Stadtentwicklung: Wohnungsbau, Dietenbach, der Sportpark Süd und Nachverdichtung.

Für die AfD-Gruppe im Freiburger Gemeinderat gilt dabei ein klarer Maßstab: Freiburg braucht dringend mehr Wohnraum – aber dieser muss für normale Bürger bezahlbar bleiben. Ideologische Klimaziele, übertriebene Standards und teure Prestigeprojekte dürfen die Menschen nicht aus der eigenen Stadt verdrängen.

Der Freiburger Wohnungsmarkt ist weiterhin angespannt. Der aktuelle Mietspiegel weist eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 10,81 Euro pro Quadratmeter aus. Die städtische Wohnungsmarktanalyse bestätigt: Trotz hoher Bautätigkeit steigen Miet- und Kaufpreise weiter. Besonders fehlen bezahlbare und familiengerechte Wohnungen.

Genau hier setzt unsere Kritik an: Es reicht nicht aus, möglichst teuer und technisch aufwendig zu bauen und anschließend lediglich die Zahl neuer Wohnungen hervorzuheben. Entscheidend ist, ob Arbeitnehmer, Familien, Rentner und junge Menschen sich diesen Wohnraum überhaupt noch leisten können.

Carl-Mez-Straße und Alt-Haslach: Innenentwicklung statt Flächenfraß

Die Planungen im Bereich Carl-Mez-Straße und Alt-Haslach Süd gehen grundsätzlich in die richtige Richtung: Innenentwicklung, Nachverdichtung, Sanierung und Dachgeschossausbau sollten Vorrang vor der Erschließung neuer Flächen am Stadtrand haben.

Dachgeschossausbauten und eine vernünftige Nachverdichtung auf bereits erschlossenen Grundstücken schaffen zusätzlichen Wohnraum, ohne weitere Grünflächen in Anspruch zu nehmen.

Entscheidend ist jedoch die wirtschaftliche Umsetzung. Energetische Sanierungen müssen technisch sinnvoll und dauerhaft sein. Wir lehnen zusätzliche kommunale Sonderstandards ab, die das Bauen unverhältnismäßig verteuern, ohne den Bewohnern einen entsprechenden Nutzen zu bringen.

Klimaschutz darf nicht dazu führen, dass Wohnungen auf dem Papier besonders „ambitioniert“ sind, in der Realität aber für immer weniger Menschen bezahlbar werden. Baukosten, Folgekosten und Wirtschaftlichkeit müssen wieder stärker im Vordergrund stehen – nicht ideologische Vorgaben.

Dietenbach: Schulen und Sport ja – das teure Stadtteilprojekt bleibt falsch

Beim Bebauungsplan „Dietenbach – Schulcampus Ost mit Sportpark“ unterstützt die AfD-Gruppe grundsätzlich Investitionen in Schulen, Kindergärten, Sportvereine und Bewegungsmöglichkeiten. In einer wachsenden Stadt müssen diese Einrichtungen mitgedacht werden.

Unsere grundsätzliche Kritik am neuen Stadtteil Dietenbach bleibt jedoch bestehen. Allein das geplante Großspielfeld ist mit rund 1,68 Millionen Euro kalkuliert – finanziert aus dem städtischen Kernhaushalt, der Sonderrechnung Dietenbach, Landesmitteln und einem Beitrag des Vereins Sport vor Ort Rieselfeld. Gleichzeitig werden rund 1,6 Hektar des Langmattenwäldchens dauerhaft in Anspruch genommen. Dafür sind Ersatzmaßnahmen auf insgesamt rund 4,9 Hektar vorgesehen.

Hier zeigt sich der Zielkonflikt von Dietenbach besonders deutlich: Wir brauchen Wohnungen, Schulen und Sportanlagen. Gleichzeitig dürfen Kosten, Infrastrukturaufwand und Flächenverbrauch nicht ausgeblendet werden.

Die Stadtverwaltung verbindet mit Dietenbach die Erwartung, den Wohnungsmarkt zu entlasten. Diese Hoffnung teilen wir nicht. Die hohen Kosten für Grundstücksentwicklung, Erschließung, ökologische Ausgleichsmaßnahmen und kommunale Einrichtungen drohen aus unserer Sicht erneut Wohnraum hervorzubringen, der für einen großen Teil der Freiburger Bevölkerung finanziell unerreichbar bleibt.

Die städtische Wohnungsmarktanalyse selbst weist darauf hin, dass Neubauten im höheren Preissegment auf einem angespannten Markt wie Freiburg nur begrenzt auf das bezahlbare Segment durchschlagen. Deshalb ist es aus unserer Sicht falsch, jeden Neubau automatisch mit einer Entspannung des Wohnungsmarktes gleichzusetzen.

Dietenbach droht damit zu einem teuren Symbolprojekt zu werden – bezahlt von vielen, genutzt jedoch nur von einem begrenzten Teil der Bevölkerung.

Wald und Freiflächen sind Teil einer lebenswerten Stadt

Wohnungsbau und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine dichter werdende Stadt braucht ausreichend Grünflächen, Wälder, Sportanlagen und Naherholungsräume. Gerade Familien, Kinder und ältere Menschen sind auf wohnortnahe Freiflächen angewiesen.

Die dauerhafte Inanspruchnahme von Waldflächen sehen wir deshalb kritisch. Ausgleichsaufforstungen sind notwendig, ersetzen aber einen über Jahrzehnte gewachsenen Wald nicht unmittelbar.

Wo zusätzlicher Wohnraum durch Dachausbau, Aufstockung, die Nutzung von Baulücken oder durch vernünftige Nachverdichtung innerhalb bestehender Quartiere geschaffen werden kann, sollte diese Möglichkeit aus unserer Sicht Vorrang haben.

Sportpark Süd und Kapellenweg/Kreuzkopfstraße: Bedarf anerkennen, Kosten im Blick behalten

Beim Sportpark Süd zwischen St. Georgen, Haslach und Vauban wird ein Entwicklungskonzept für die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre erarbeitet. Der Nutzungsdruck auf die vorhandenen Freiräume steigt durch die Nachverdichtung der umliegenden Stadtteile.

Wir sehen den grundsätzlichen Bedarf: Wenn eine Stadt dichter bebaut wird, müssen Sport- und Erholungsmöglichkeiten erhalten bleiben. Wohnungsbau und Freiraumplanung gehören zusammen.

Entscheidend wird jedoch die Finanzierung sein. Ein Entwicklungskonzept ist noch kein Baubeschluss. In den kommenden Jahren werden konkrete Projekte folgen. Dann muss im Einzelfall geprüft werden, was notwendig, was wünschenswert und was angesichts der Haushaltslage tatsächlich finanzierbar ist.

Auch beim Bebauungsplan Kapellenweg/Kreuzkopfstraße am Lorettoberg gilt: Nachverdichtung grundsätzlich ja – aber mit Augenmaß und standortbezogen.

Der stark durchgrünte Charakter des Gebiets soll erhalten bleiben, Waldflächen sollen nicht überplant werden. Bestehende Wohngebiete dürfen nicht unter eine Glasglocke gestellt werden. Gleichzeitig muss nicht jede Grünfläche maximal bebaut werden.

Entscheidend ist ein vernünftiger Ausgleich zwischen zusätzlichem Wohnraum, Eigentumsrechten, bestehender Infrastruktur und dem Erhalt wertvoller Grünstrukturen.

Doppelhaushalt 2027/2028: Priorisieren statt alles versprechen

Über allen Projekten steht die Frage der Finanzierbarkeit. Die Beratungen über den Doppelhaushalt 2027/2028 stehen bevor. Schon die bisherige Finanzplanung zeigt einen erheblichen Finanzierungsmittelbedarf im Bereich der Investitionstätigkeit.

Für die AfD-Gruppe ist klar: Investitionen müssen stärker priorisiert werden.

Schulen, Kindergärten, bezahlbarer Wohnraum, eine funktionierende Infrastruktur, Sicherheit und notwendige Sanierungen haben Vorrang. Große Stadtentwicklungsprojekte müssen konsequent auf Kostensteigerungen, Folgekosten und ihren tatsächlichen Nutzen überprüft werden.

Den Bürgern hilft es wenig, wenn heute Projekte beschlossen werden, deren dauerhafte Belastungen erst Jahre später im Haushalt sichtbar werden.

Unser Ansatz: Bauen ermöglichen – aber bezahlbar und bürgernah

Die AfD-Gruppe im Freiburger Gemeinderat verbindet dabei mehrere klare Ziele:

  • Mehr Wohnraum durch Nachverdichtung, Dachgeschossausbau, Aufstockung und die bessere Nutzung bereits erschlossener Flächen.
  • Notwendige Sanierungen ermöglichen, ohne sie durch immer neue kommunale Zusatzstandards unnötig zu verteuern.
  • Schulen, Kindergärten, Sport und Naherholung unterstützen.
  • Bestehende Grün- und Waldflächen stärker schützen.
  • Bei sämtlichen Projekten die langfristigen Kosten für Stadt und Bürger im Blick behalten.

Freiburg braucht neuen Wohnraum. Aber Freiburg braucht vor allem Wohnraum, den sich normale Menschen noch leisten können.

Stadtentwicklung darf nicht allein daran gemessen werden, wie viele Millionen Euro investiert oder wie viele Projekte angekündigt werden. Entscheidend ist, was langfristig für die Menschen in unserer Stadt entsteht – und ob es finanzierbar bleibt.