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Mobilität in Freiburg: Autofahrer nicht immer weiter belasten

Die AfD-Gruppe im Freiburger Gemeinderat lehnt den bisherigen Kurs des Freiburger Klimamobilitätsplans ab. Wir wollen eine Stadt, in der alle Verkehrsmittel ihren Platz haben – und dazu gehört ausdrücklich auch das Auto. Gute Bus- und Bahnverbindungen sowie sichere Radwege sind sinnvoll. Daraus darf aber keine Politik entstehen, die Autofahren Schritt für Schritt teurer und schwieriger macht.

Der Klimamobilitätsplan wurde 2023 vom Gemeinderat beschlossen. Er umfasst 65 Maßnahmen und verfolgt das Ziel, die verkehrsbedingten CO₂-Emissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 2010 zu reduzieren. Nach dem ersten Monitoring liefen 40 Maßnahmen weitgehend nach Plan, bei 18 bestand Nachsteuerungsbedarf und sieben konnten noch nicht bewertet werden.

Autofahrer zahlen bereits mehr

Seit Februar 2026 sind die Parkgebühren im öffentlichen Straßenraum erneut gestiegen. In Zone 1 kostet die Stunde inzwischen 4,20 Euro statt 3,80 Euro, in Zone 2 3,50 statt 3,20 Euro und in Zone 3 1,80 statt 1,60 Euro. Immerhin wurde der bisherige automatische Zweijahresrhythmus für weitere Erhöhungen zunächst ausgesetzt.

Aus Sicht der AfD-Gruppe ist damit eine Grenze erreicht. Wer auf das Auto angewiesen ist, sollte nicht ständig mit neuen Gebühren und Einschränkungen konfrontiert werden. Das betrifft nicht nur Pendler. Handwerker, Pflegedienste, Lieferanten und viele Gewerbetreibende können ihre tägliche Arbeit nun einmal nicht mit Straßenbahn oder Lastenrad erledigen.

Und auch der klassische Einkauf sollte nicht zum Rechenexempel werden: Wer nur schnell zum Bäcker oder Metzger möchte, sollte anschließend nicht feststellen, dass der Parkplatz beinahe so viel kostet wie die Brezel.

Mobilitätspass: neue Abgabe statt neuer Freiheit?

Besonders kritisch sieht die AfD-Gruppe die weitere Diskussion über einen sogenannten Mobilitätspass. Die Verwaltung wollte dieses Konzept zunächst nicht weiterverfolgen. Im März 2026 beschloss eine Mehrheit des Gemeinderats jedoch, Varianten einer Einwohner- oder Kfz-Halterabgabe weiter ausarbeiten zu lassen. Eine solche Abgabe ist also noch nicht beschlossen; zunächst sollen konkrete Modelle vorgelegt werden.

Wir lehnen eine zusätzliche Belastung von Bürgern und insbesondere von Fahrzeughaltern ab. Ein besserer ÖPNV sollte aus unserer Sicht durch ein überzeugendes Angebot attraktiv werden – nicht dadurch, dass andere Verkehrsmittel immer unattraktiver oder teurer gemacht werden.

Eine autofreundliche Stadt ist auch eine wirtschaftsfreundliche Stadt

Für die AfD-Gruppe gehört zur Verkehrspolitik auch die Frage, wie gut Freiburg für Kunden, Arbeitnehmer und Unternehmen erreichbar bleibt. Gerade Handwerk, Handel, Gastronomie und andere örtliche Betriebe sind auf funktionierende Verkehrswege angewiesen.

Deshalb setzen wir uns für eine autofreundliche Stadt ein. Das bedeutet für uns nicht „Auto gegen Fahrrad“ oder „Auto gegen ÖPNV“. Es bedeutet, den Menschen die Wahl ihres Verkehrsmittels zu lassen und die unterschiedlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Einen konkreten Ansatz sehen wir bei den Parkgebühren. Im Juni 2026 beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, einen Vorschlag für bis zu 60 Minuten kostenfreies Parken in bewirtschafteten Parkzonen auszuarbeiten. Der Antrag stammte von Freien Wählern, CDU und FDP/BfF; die beiden AfD-Stadträte stimmten dem weiteren Verfahren zu.

Eine solche „Brötchentaste“ könnte kurze Einkäufe und Erledigungen erleichtern. Ob und in welcher Form sie tatsächlich eingeführt wird, ist allerdings noch offen.

Unser Standpunkt

Die AfD-Gruppe steht für eine Verkehrspolitik, die Erreichbarkeit, wirtschaftliche Vernunft und Wahlfreiheit stärker berücksichtigt. Wir wollen funktionierende Straßen und ausreichend Parkmöglichkeiten ebenso wie einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr.

Den Klimamobilitätsplan sehen wir deshalb kritisch, insbesondere dort, wo Maßnahmen den Autoverkehr zusätzlich regulieren oder Bürger finanziell belasten sollen. Bei neuen Maßnahmen wollen wir genau hinschauen: Was kostet es? Was bringt es tatsächlich? Wer muss dafür bezahlen? Und welche Auswirkungen hat es auf Bürger und örtliche Betriebe?

Denn Freiburg wird nicht automatisch mobiler, nur weil der Parkautomat hungriger wird.