Über die Köpfe der Händler hinweg hat die Mehrheit des Freiburger Gemeinderats am 20. Oktober 2026 neue Richtlinien für den Münstermarkt beschlossen. Der Freiburger Münstermarkt ist seit Jahrhunderten das Aushängeschild unserer Innenstadt und ein unverzichtbarer Arbeits- und Nahversorgungsort für unsere regionalen Landwirte, Gärtner und Händler. . Wie aus einem Hilferuf der Marktbeschicker vom 17. Oktober 2026 hervorgeht, wurden weder die Händler selbst noch der eigens nach den Marktrichtlinien gewählte Beschickerbeirat im Vorfeld in die Ausarbeitung der Vorlage eingebunden
Als die Vorlage im Haupt- und Finanzausschuss vorberaten wurde, wussten die Betroffenen noch nichts von den geplanten Verschärfungen. Zudem greift die FWTM massiv in die unternehmerische Freiheit ein, indem sie etwa über Koppelungsvorgaben im Bewerbungsverfahren (Samstagsplätze nur in Kombination mit zwei weiteren Wochentagen) oder tageweise Vorgaben wie bei den Olivenständen bestimmt, wann gehandelt werden darf.
Durch befristete Verträge von maximal drei Jahren für reguläre Stände bzw. fünf Jahren für Imbissstände ohne Verlängerungsgarantie sowie den neu eingefügten Ausschluss eines Anspruchs auf wiederholte Tageszulassungen ist für viele Familienbetriebe keine verlässliche Existenzplanung mehr möglich
AfD-Gruppe fordert Aufklärung
Die AfD-Gruppe im Freiburger Gemeinderat hat diese Missstände zum Anlass genommen und eine umfassende schriftliche Anfrage an Oberbürgermeister Martin Horn eingereicht
Wir fordern von der Stadtverwaltung unter anderem Auskunft darüber:
- warum der gewählte Beschickerbeirat vor der Einbringung der Drucksache übergangen wurde
- ob die Verwaltung bereit ist, dem Gemeinderat sämtliche Muster der privatrechtlichen Dauerverträge der FWTM offenzulegen
- wie viele Dauerzulassungen nach Ablauf der Befristung in den vergangenen Jahren nicht verlängert wurden
- durch welche konkreten Vorgaben verhindert wird, dass sachliche Kritik von Markthändlern an der FWTM künftig als „unkooperatives Verhalten“ gewertet und mit dem Entzug der Existenzgrundlage bestraft wird
Wir stehen fest an der Seite unserer regionalen Selbsterzeuger und Markthändler und werden die Antwort aus dem Rathaus hier auf unserer Webseite veröffentlichen.